Saalfelder Leichtathletik Verein e.V.   
 
 
 

Der längste Tag des Jahres
Triathlon: Torsten Klietz finisht Challenge in Roth

Vor wenigen Tagen fand in der deutschen Triathlon Hochburg Roth , die berühmte „Challenge Roth“ statt . Sie ist das bedeutendste deutsche Rennen über die Langdistanz (3,8km Schwimmen –180km Radfahren – 42km Laufen ) . Bei hervorragenden Bedingungen starteten nicht nur die Topprofitriathleten sondern es befanden sich im Feld der 4700 Starter auch viele für die es der längste Tag des Jahres werden wird . Unter den Triathleten , für die das Durchkommen oberste Priorität hat , befand sich auch der Triathlet Torsten Klietz vom Saalfelder LV . Torsten begann mit dem Triathlon 2004 , schnupperte zunächst über die Sprintdistanz ( 0,75 km S – 20km R – 5km L ) in die Ausdauersportart . Im Jahr 2006 wagte er sich das erste Mal auf die Olympische Distanz ( 1,5kmS – 40kmR – 10kmL ) , auch dies war Torsten nicht lang genug . So startete er 2008 beim Nordhäuser Scheunentriathlon über 1,3kmS – 60kmR – 16kmL und bereits 2009 absolvierte er seine erste Halbdistanz ( 1,9kmS – 90kmR – 21kmL ) in Erlangen . Im September 2009 faste er den Entschluss einen Ironman zu bestreiten . Zielgerichtet ab Januar bereitete sich Klietz auf die sportliche Herausforderung professionell vor. Hohe Trainingsumfänge zeichneten fortan seine Monate , neben zweimal wöchentlichen Schwimmtraining beim Saalfelder Schwimmverein kamen wöchentliche Umfänge im Laufen von anfangs 50km , später 70km . Dazu 2500km Radtraining in den ersten sechs Monaten des Jahres. Das dies nur durch viele Entberungen der Familie möglich war , möchte Torsten Klietz erwähnen . Im Juni wäre der Traum an der Teilnahme fast geplatzt . Durch einen Sturz von einer Leiter konnte er fünf Wochen kein Schwimmen trainieren . Nur durch den Einsatz der Praxis für Physiotherapie Ehrhardt & Maskos ,denen Klietz ausdrücklich dankt , war doch an einen Start zu denken .

Mittwoch reiste Torsten Klietz mit dem Wohnwagen nach Roth . Die verbleibende Zeit nutzte er zur Streckenbesichtigung von Rad-und Laufstrecke sowie der Wechselzone . Außerdem stand die Aufnahme von Kohlenhydraten und Getränken im Vordergrund , denn was auf ihn zukommt wusste er bis dahin noch nicht . Die längste bis dahin zurückgelegte Strecke war ein 25km Lauf und 120km auf dem Rad . Lediglich die 3,8km lange Schwimmdistanz hatte er schon einmal absolviert . Dann endlich am Sonntagfrüh um 7.00 Uhr erfolgte der Start . Nebel hatte sich auf den Main-Donau-Kanal gelegt . Mit den letzten Worten : „Hauptsache durchkommen , vielleicht in 14 Stunden „ hatte sich Klietz von seiner Frau Conny und den Töchtern Marie Luise und Linah Sophie verabschiedet . Wer seinen Ehrgeiz kennt , weis er will die 12 Stundenmarke knacken . Nach 80min stieg er noch gut im Plan liegend aus dem Wasser , schnappte sich seinen Wechselbeutel und verschwand im Umkleidezelt . Von der Euphorie getragen begab er sich auf die erste von zwei 90km Runden auf dem Rad . Zwei mal musste der Gredinger Berg bezwungen werden , vergleichbar mit dem Anstieg von Hohenwarte nach Bucha . Was am Solarer Berg abgeht beschreibt Torsten so : „Wahnsinns Feeling , nur vergleichbar mit einer Bergankunft bei der Tour de France.“

Die Sportler wurden frenetisch angefeuert und der Veranstalter sprach von 150000 Zuschauern . Immer wichtiger für Torsten war die Ernährung . Er trank in den fünfeinhalb Stunden auf dem Rad 7 Liter kohlenhydrathaltige Getränke. Als Geheimnis für seinen starken Radsplit nennt Klietz : „Ich habe keinen Tritt auf den 180km ausgelassen , wo andere rollten habe ich getreten „ und grinst . In der zweiten Radrunde nahm Torsten etwas Tempo raus denn er wusste ja das noch ein Marathon auf ihn wartet . Er stellte sein Zeitfahrrad im Wechselgarten ab , wo laut Veranstalter Räder im Wert von 12 Millionen Euro standen , und startete schnell in den 42km Lauf . Die Durchgangszeiten bis Kilometer Zehn waren 5min pro Kilometer . Durch die Pulsuhr signalisiert drosselte er nach 21km das Tempo . Jeder Läufer weis , dass jetzt „Der Mann mit dem Hammer „ erbarmungslos zuschlagen kann , deshalb ließ Klietz keine Verpflegungsstelle aus . Ab dem 27. Kilometer war es purer Kampf , doch Torsten zog sein Ding durch . Nach 11:14,01 Stunden lief er erschöpft aber glücklich ins Ziel . Die Leiden vergehen der Ruhm bleibt und da er noch nicht genug hat startet er im August nochmals über eine Halbdistanz . Auch die Anmeldung für Roth 2011 ist schon getätigt . Torsten Klietz möchte sich bei allen bedanken die ihn unterstützten , vor allem seiner Familie .